St. Koloman bei Schwangau

Auf freiem Feld zu F├╝├čen der K├Ânigsschl├Âsser Neuschwanstein und Hohenschwangau steht die Wallfahrtskirche St. Koloman. Angeblich soll der Heilige schon im 12. Jahrhundert in der Pfarrei Waltenhofen verehrt worden sein.

 

Nach der ersten Pestwelle der Jahre 1347 bis 1352 errichtete man jedenfalls eine erste Kapelle. Bereits 1429 wurde ein Ablassbrief f├╝r die rege Wallfahrtst├Ątigkeit erstellt. Schon bald erfolgte deswegen ein Neubau, der am 8. August 1495 geweiht wurde. Kaiser Karl V. stellte 1552 Schwangau sogar einen Marktrechtsbrief zum Kolomanfest aus, der ein Beleg f├╝r die zunehmende Schar an Wallfahrern ist.

 

In den Wirren des Drei├čigj├Ąhrigen Krieges w├╝tete wieder die Pest im F├╝ssener Land. Vor allem die Schwangauer Bev├Âlkerung wurde bis auf wenige ├ťberlebende ein Opfer dieser heimt├╝ckischen Krankheit. Die Toten bestattete man wegen der Ansteckungsgefahr auf dem Friedhof neben der Kirche St. Koloman weit au├čerhalb des Dorfes.

 

Vermutlich schon vor 1618 lie├čen sich Franziskaner-Eremiten bei St. Koloman nieder, die nicht nur Mesnerdienste verrichteten, sondern auch Hilfesuchenden bei ihren Krankheiten halfen. Sie wohnten in einem kleinen H├Ąuschen, das fr├╝her an der Friedhofsmauer stand.

 

Gerade wegen der Pest nahm die Zahl der Wallfahrer immer mehr zu, so dass die Kirche v├Âllig neu gebaut werden musste. Der bekannte Wessobrunner Baumeister und Stuckateur Johann Schmuzer legte 1671 den Entwurf f├╝r den Neubau vor, der zwischen 1673 und 1678 ausgef├╝hrt wurde. Die Weihe erfolgte 1685.

 

Der gr├Â├čte Teil der Kirchenausstattung mit den in Rot und Wei├č gehaltenen Alt├Ąren stammt aus der Barockzeit. Das zentrale Hochaltarbild von Bartholom├Ąus Bernhard aus dem Jahr 1675 zeigt den hl. Koloman inmitten einer Viehherde, dar├╝ber die hl. Dreifaltigkeit und Maria.

 

Die vielen Votivbilder sind ein Beweis f├╝r eine bis ins 20. Jahrhundert reichende Wallfahrt. Seit 1720 befindet sich in der Monstranz in der Kirche eine Reliquie des Kieferknochens des hl. Koloman, mit der noch heute der Wettersegen gespendet wird. H├Âhepunkt der Verehrung des Heiligen ist der Kolomanritt am 2. Sonntag im Oktober.

 

Text und Bilder: Klaus Wankmiller

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