Die Josefskapelle in Gschwend

In Gschwend (Gemeinde Nesselwang) steht hoch √ľber dem Wertachtal an der Grenze zwischen dem Ober- und dem Ostallg√§u die Kapelle St. Josef. Zahlreiche Bilder erinnern in diesem Gotteshaus an den Viehvater Jesu. Im Drei√üigj√§hrigen Krieg wurde eine erste Kapelle in Gschwend zerst√∂rt. Der 1680 beantragte Neubau wurde 1698 vollendet. Im Zentrum steht ein marmorierter Altar mit zahlreichen Putten aus der Werkstatt der Pfrontener Bildhauers Nikolaus Babel (um 1710). Das Altarblatt mit der Verm√§hlung Mariens mit Josef malte 1780 Franz Anton Wei√ü aus Rettenberg.
 
Kunsthistorisch von Bedeutung ist das Kruzifix am Chorbogen aus der Babel-Werkstatt, zu dem auch die beiden Figuren von Maria und Johannes an den Seiten urspr√ľnglich geh√∂rten. Drei Putten fangen das Blut des Gekreuzigten in Kelchen auf. 1711 stifteten die Anwohner ein gro√ües Votivbild (vermutlich ein ehemaliges Altarblatt) mit dem hl. Josef als Viehpatron, das heute an der rechten Kapellenwand h√§ngt. Davon wei√ü die Inschrift zu berichten: ‚ÄěZu lob und Ehr des H: Josephi n√∂hr Vatter Christi hat ein EhrsaŠłŅe gemeijndt im gschwendt nessel- / wanger pfarr wegen contagioser Vichsucht zur schuldigister danckhsagung diese taffel machen lassen. Anno 1711‚Äú. Gemalt hat es der Nesselwanger Johann Georg Schall.
 
1825 entstand ein Ablassbild mit einer Darstellung einer Prozession zur Kapelle in Gschwend. Der darunter stehende Text lautet: ‚ÄěDer von Sr. B√§bstlichen Heiligkeit Leo XII. verliehenen Jubil√§-Abla√ü im Jahre 1826, wurde bei / uns, zur 15 maliger Kirchen besuchung, von 23.ten April, bis zum 22.ten Oktober, diese vier Kirchen / bestimmt und festgesetzt. / Die Pfarrkirchen, die Kappelle zu Gschwend, die Kappelle zu Beirstetten, / und auf dem Gottesacker.‚Äú
 
Den √§ltesten Teil der Kapelle kann man kaum sehen, aber gut h√∂ren: Es ist die Glocke aus dem Jahr 1493. Sie tr√§gt folgende Aufschrift: ‚ÄěANNO DOMINE 1493 IAR GOS MICH PETER GEREIS ZU AUGUSTA AVE MARIA‚Äú. Peter G(e)reis stammte zwar aus Augsburg, wirkte aber vor allem im Raum Schongau. Es kann demnach vermutet werden, dass bereits 1493 eine Kapelle in Gschwend stand, die somit zu den √§ltesten Bauten der Gemeinde gez√§hlt haben d√ľrfte.
 
Text und Bilder: Klaus Wankmiller

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