Fasching

... im s√ľdlichen Landkreis

Handwerker und K√ľnstler, die am Bau von Neuschwanstein arbeiteten, sollen bereits in den Jahren des Schlossbaues (1869-1886) Faschingsveranstaltungen in Schwangau durchgef√ľhrt haben. In sp√§teren Jahren nahmen sich verschiedene Vereine der Gestaltung des Faschings an. Seit 1929 wird bis auf wenige Jahre, fr√ľher am Faschingsdienstag, in neuerer Zeit jedoch am Faschingssonntag ein Faschingszumzug gemacht. Es werden von den Maskerern aktuelle Themen aus der Kommunal,- Landes- sowie Bundespolitik aufgegriffen und das Dorfgeschehen dargestellt. Inzwischen umfasst der Umzug √ľber 50 Nummern und wird von vielen Zuschauern gerne gesehen. Danach wird von den Umzugteilnehmern und Zuschauern fr√∂hlich in Wirtschaften und auf den Stra√üen des Dorfes weitergefeiert bis sp√§t in die Nacht hinein.

 

1973 wurde der Faschings-Verein Schwangau e. V. gegr√ľndet, der seitdem f√ľr die Gestaltung des Faschings verantwortlich ist. Seit dem Jahr 1964 regiert ein j√§hrlich wechselndes Prinzenpaar die n√§rrische Jahreszeit, das am 11.11. zum Faschingsanfang im Gasthof Schneiderhanser vorgestellt wird. Vier Jahre sp√§ter erhielt es standesgem√§√ü als Begleitung eine Prinzengarde.

 

Das Gunglhos ist seit 1970 fester Bestandteil des Faschings. Das "Gunglhos" ist urspr√ľnglich ein Kunkelhaus, das hei√üt eine Spinnstube, in der sich die B√§uerinnen und Hausfrauen in jener Zeit trafen, als im Allg√§u anstelle von Viehwirtschaft der Flachsanbau dominierte. Im Gunglhos wurde beim Spinnen des Flachses mit spitzer Zunge √ľber alles und jeden geredet. Das Markenzeichen des heutigen Gunglhos ist, dass die traditionellen weiblichen Zusammenk√ľnfte im Rahmen der Schwangauer Fasnacht auf die B√ľhne verlegt wurden.

 

Am "Gumpigen Donnerstag" ziehen zudem die Kinder verkleidet durchs Dorf und klingeln an den Haust√ľren und sagen ein Verslein auf; daf√ľr erhalten sie Geld oder S√ľ√üigkeiten.

 

Am "Rußigen Freitag" schwärzen sich die Schwangauer gegenseitig die Gesichter mit Ruß an.

 

In Rieden gibt es seit 1995 wieder einen Faschingsumzug. Waren es 1995 noch wenige Gruppen so konnte 2003 der Umzug mit 26 Zugnummern starten. In Weissensee zieht seit dem Kriegsende die Musikkapelle maskiert durch den Ort, verkauft dabei Eintrittskarten f√ľr den Musikball und erh√§lt Spenden f√ľr die Vereinskasse.

 

In Hopferau ist der Umzug inzwischen auf etwa 50 Gruppen und Wagen angewachsen und lockt jedes Jahr mehrere tausend Zuschauer an. Anschließend wird in allen Gaststätten, in der Auenhalle, sowie auf dem Dorfplatz der Fasnachtsausklang gefeiert.

 

Text aus "Bei uns im Oberen Lechgau"

Bild: Landratsamt Ostallgäu

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