Um die Magnuskirche von Leuterschach stehen heute noch alte Bäume
Um die Magnuskirche von Leuterschach stehen heute noch alte Bäume

Dort wo die Lobach bei Leuterschach in spitzem Winkel in die Wertach mündet, stand früher eine Linde, unter der sich der hl. Magnus einmal ausgeruht haben soll. Zum Dank hängte der Heilige sein Abtkreuz an den Baumstamm. Später errichtete man dort eine Magnuskapelle (1485 erstmals erwähnt). Schon bald zogen immer mehr Menschen dorthin und erhofften Hilfe gegen Ungeziefer und Mäuse. Am Magnustag (6. September) hielt man dort eine feierliche Messe. Die Bauern nahmen schließlich eine Hand voll Erde vom Gottesacker der Magnuskapelle (vermutlich ein Pestfriedhof) mit und streuten diese auf ihre Felder. Angeblich waren die damit bestreuten Wiesen und Felder vom Ungeziefer befreit und vor Mäusen geschützt. Bei besonders hartnäckigem Schädlingsbefall musste der Magnusstab aus Füssen ausgeliehen werden.

 

Text und Bild: Klaus Wankmiller