Flösser in Lechbruck
Flösser in Lechbruck

Ursprünglich ließen sich in Lechbruck nicht nur Bauern, sondern auch Handwerker und vor allem Flößer nieder. Um 1700 waren von den 170 steuerpflichtigen Bürgern 15 Flößermeister (ohne Knechte), fünf Kauderer, die die Frachten für die Floße herbeibrachten, und 67 sonstige Handwerker. In machen Texten liest man sogar von einem „Binnenhafen des Allgäus“. Die Grenzlage sorgte für einen blühenden Schmuggel von und nach Bayern. Zahlreiche Darstellungen in der Pfarrkirche und um Flößermuseum berichten vom Leben der Floßer.


In Lechbruck wird von einem Brückenpudel berichtet, der müde Wanderer schreckte oder sich auf einen über die Brücke fahrenden Wagen setzte und diesen so schwer machte, dass die Rosse die Last nicht mehr ziehen konnten oder mitsamt dem Fuhrwerk in die Tiefe stürzten. Einige Flößer hörten ehemals einen Pudel bellen, der sie anlocken wollte, damit sie an den Pfeilern der Brücke zerschellten.


Ins Premer Filz nahe Lechbruck nahmen die Wasenstecher früher keine Frauen mit. Wer sich durch diesen Sumpf auf den Weg machte, konnte Glück haben und einen schönen, trockenen Weg vorfinden. War der Weg feucht, war es besser, wenn man diese Gegend mied. Fuhr ein Wasenstecher trotzdem durch das Filz, durfte er auf keinen Fall umschauen, weil sonst der grausige Moosriese „Huidingerle“ aus dem Sumpf auftauchte und Mann und Gefährt mit seinen gewaltigen Pranken in die Tiefe riss. Dies war der Grund, weshalb die Wasenstecher aus Lechbruck keine Frauen mit zur Arbeit ins Moos mitnahmen. Sie glaubten, dass Frauen neugieriger seien und sie deshalb der Versuchung nicht widerstehen könnten.

 

Text und Bild: Klaus Wankmiller