Der bodenlose See zwischen Stötten und Steinbach
Der bodenlose See zwischen Stötten und Steinbach

Auf der Südseite des Auerbergs liegt zwischen Stötten und Steinbach der Bodenlose See. Es wird erzählt, dass ein Ungeheuer in schauriger Tiefe einen riesigen Schatz hütet, den schon die Venedigermännchen nicht heben konnten. Einmal wollten zwei Jäger aus Sulzschneid mit einem langen Seil ihr Glück versuchen. Sie ruderten mit einem Kahn in die Mitte des Sees und ließen eine schwere Bleikugel als Lot in die Tiefe. Je tiefer die Kugel sank, desto schneller sauste die Winde, um die das Seil gewickelt war. Die Kugel erreichte jedoch nicht den Seegrund und das Seil war aus. Mit einem gewaltigen Schlag kippte der Kahn um und verschwand in einem unheimlichen Gurgeln im See. Die beiden Burschen waren ins Wasser gefallen und erreichten nur mit größter Not das rettende Ufer. So hat der See seinen Namen bekommen.
 
Wenn früher ein Unwetter über den Auerberg zog, lag der Bodenlose See zunächst unbeweglich da. Kam aber der Sturm, stieg ein Untier mit aalglattem Rücken aus dem See und überspülte das Ufer. Dies geschah allerdings nur etwa alle 100 Jahre einmal. Man kann das Untier allerdings locken, wenn man dem Schatz nachspürt, den es behütet. Einmal traf ein Tiroler Wildschütze zufällig einen Goldklumpen im Wasser. Da hoben sich die Pranken des Untiers aus der Tiefe und schlug riesige Wellen so nach dem Schützen, dass dieser in einer Tanne hängen blieb. In seiner Todesangst gelobte der Schütze eine Wallfahrt zum Gegeißelten Heiland in die Wies, wo heute noch ein Votivbild an diese Begebenheit erinnert.
 
Text und Bild: Klaus Wankmiller