Kriegerdenkmal in Pfronten.
Kriegerdenkmal in Pfronten.
Kriegerdenkmal in Trauchgau.
Kriegerdenkmal in Trauchgau.
Kriegerdenkmal in Weißensee.
Kriegerdenkmal in Weißensee.

Schon bald nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 entstand der Gau Schwaben, der das gesamte Gebiet mit Orts- und Kreisleitungen überzogen hatte. Im Ostallgäu gab es Kreisleitungen in Kaufbeuren und Marktoberdorf-Füssen. Im Monatsbericht vom 8. September 1939 (sieben Tage nach Kriegsbeginn) hieß es: „Die Stimmung ist zwar nicht Begeisterung, aber ernster, fester Wille zum Durchhalten und Opferbereitschaft.“ Doch schon einen Monat später lesen wir, dass sie Verbraucherpreise durch die Ungewissheit des Nachschubs steigen und die Lagerbestände weniger wurden.
 
Mit dem Einmarsch deutscher Truppen nach Polen am 1. September 1939 begann der II. Weltkrieg. Wieder mussten auch aus allen Städten, Gemeinden und Dörfern des Ostallgäus Männer an die Front geschickt werden. Nach anfänglichen Erfolgen in Polen (1939), Frankreich (1940) und Russland (1941) kam es ab 1942 zur Wende im Kriegsglück. Auch im Allgäu wurde zur Wintersachen-Sammlung für den Russlandfeldzug aufgerufen. Der Bevölkerung wurde durch die Propaganda in Presse, Rundfunk und Wochenschau nicht die Wahrheit gesagt. 1943 hatten die Kriegsgegner Deutschlands in Russland und Italien Erfolge und konnten die deutschen und italienischen Truppen zurückschlagen. Der Landrat von Kaufbeuren beklagte 1942 neu hinzugekommene Aufgaben: Es gäbe zu wenige Nahrung, kein Petroleum und Schmieröle für die Fahrzeuge. Die Frauen mussten wieder die Arbeit der Männer machen.
 
Die Nationalsozialisten verfolgten die Juden. Viele von ihnen wurden zur Zwangsarbeit gezwungen (z. B. in den Lagern in Landsberg am Lech) oder wurden in Konzentrationslagern durch Gift getötete. Fast alle 1350 Juden im Regierungsbezirk Schwaben wurden abtransportiert oder zur Zwangsarbeit verurteilt. Der Landrat von Füssen stellte 1943 fest, dass die Kirchen durch den Krieg wieder großen Zulauf hätten.
 
Durch die Landung der Alliierten an der französischen Küste im Juni 1944 kam es zu einer weiteren Front gegen Deutschland. Der Krieg war verloren. Am 27. April 1945 wurden die Städte Kaufbeuren, Obergünzburg und Kempten besetzt. Am 28. April erreichten amerikanische Panzer Füssen und Pfronten. Am 8. Mai kapitulierte Deutschland. Wieder starben tausende Menschen auf den Schlachtfeldern.
 
Neu war bei diesem Krieg die hohe Zahl der zivilen Opfer. Durch Luftangriffe wurden zahlreiche Städte mit Bomben in Brand geschossen. So starben auch viele Unschuldige. Eine Legende weiß zu berichten, dass Kaufbeuren durch die Fürsprache der hl. Kreszentia verschont wurde, weil die Bomber wegen Nebel die Stadt nicht fanden. Zahlreiche Kriegerdenkmäler erinnern auch in den Ostallgäuer Gemeinden an die vielen Opfer dieser grausamen Zeit.

 

Text und Bilder: Klaus Wankmiller