Ausschnitt eines Votivbildes in Lengenwang
Ausschnitt eines Votivbildes in Lengenwang

In vielen Sagen liest man auch von Menschen, die, als man noch mit Pferd und Kutsche von einem Ort zum anderen reiste, in der Nacht plötzlich von Geisterhänden erfasst und in die Lüfte getragen wurden. Auch einem Bauern aus Lengenwang erging es so. Angeblich wurde er von der „wilden Fahrt“ erfasst und nicht mehr losgelassen. Sein Sohn hatte einen Traum und schrie im Schlaf, als er den Vater in Gefahr sah.
 
Der unglückselige Mann wusste sich keinen Rat. Er erinnerte sich, dass die Geister, wenn man seine Arme zu einem Kreuz zusammenlegte, von ihm lassen mussten. Vermutlich wirkte dieser Versuch auch, denn man fand seinen zerschmetterten Körper am nächsten Tag auf dem Weg liegen. Sein Sohn berichtete, dass er im Traum gesehen hätte, dass die Geister seinen Vater sofort loslassen mussten, als dieser seine Arme in Kreuzform übereinander gelegt hatte. Leider war er zu diesem Zeitpunkt schon zu hoch und überlebte den Sturz in die Tiefe nicht.

 

Text und Bild: Klaus Wankmiller