Auch heute kann man seltsame Gestalten im Wasenmoos bei Füssen erkennen
Auch heute kann man seltsame Gestalten im Wasenmoos bei Füssen erkennen

Die unheimlichste Geschichte um den Weißensee erzählt von der Mooskatz von Haslach. Ein Bauer zog nachts von Füssen durch das Wasenmoos und fand den Weg nicht mehr. Er freute sich, als er zwei grüne Lichter vor sich sah, doch erkannte er bald, dass es die Augen einer riesigen Katze waren. Aus alten Erzählungen wusste er, dass er sich auf den Boden legen musste, um sich vor dieser Geisterkatze zu schützen. Die Katze stieg aber auf den Bauern und wollte von ihm getragen werden. So musste der Bauer die Mooskatz die ganze Nacht kreuz und quer durch das Moos tragen. Erst bei Sonnenaufgang verschwand das Untier.
 
Diese Geschichte blieb jedoch nicht ohne Folge: Die Menschen wollten nicht mehr durch das gefährliche Moos gehen und machten einen Umweg. Außerdem wurden alle Katzen in dieser Gegend vertrieben, so dass es zu einer Mäuseplage kam. Jetzt musste der hl. Magnus Abhilfe leisten. Der Stab des Heiligen wurde von Füssen geholt und über die Felder und durch das Moos getragen. Bekanntlich musste vor diesem Wunderstab alles Ungeziefer weichen. Damit fand nicht nur die Mäuseplage ihr Ende, sondern auch die Mooskatz wurde seither nicht mehr gesehen. Angeblich konnte man noch lange Zeit ein rußgeschwärztes Erdloch im Moos erkennen, durch das die Geisterkatze in die Hölle verschwunden sei.

 

Text und Bild: Klaus Wankmiller