Das „Ridmonument“ bei Rieden – eine turmartige Marienkapelle

„Ridmonument“ mit steinerner Muttergottes im Oberbau, das Jesuskind ist leider beschädigt.
„Ridmonument“ mit steinerner Muttergottes im Oberbau, das Jesuskind ist leider beschädigt

Wer vom Georgiberg in Untergermaringen nach Westen blickt, sieht auf einer Anhöhe bei Rieden, Lindenberg genannt, einen weißen Turm, das sogenannte Ridmonument. Es stammt von Johann Martin Rid und seiner Frau und wurde 1848 errichtet.

 

Ein Jahr zuvor wurde die neue Eisenbahnstrecke von Augsburg nach Kaufbeuren in Betrieb genommen und in Pforzen/Zellerberg ein Bahnhof er-richtet. Mit dem Beginn des Zugverkehrs hängt auch der Bau dieser turmartigen, nicht begehbaren Marienkapelle zusammen.


In der Gemeindechronik von Pforzen steht Folgendes: "Zum Dank dafür, dass Rieden von diesem ‚Unheil, das nur fremdes Gesindel in den Ort bringt’ (gemeint ist der Bau des Bahnhofs), verschont wurde, ließ der Gutsbesitzer Johann Martin Rid ein Dank-Monument errichten, das weit sichtbar auf der höchsten Erhebung Riedens steht."

 

Weiter ist zu lesen, dass die Riedener Chronik von einem anderen Sachverhalt ausgeht: "Rid, der als Gemeindepfleger und Mitglied des Landrates von Schwaben in Augsburg ein einflussreicher Mann war, konnte nach langen Streitigkeiten mit der Bahn durchsetzen, dass durch die Führung der Bahnstrecke die Felder der Bauern nicht mehr als nötig zerschnitten wurden."


Text und Bilder: Hildegard Stellmach


Auszug aus der Chronik mit freundlicher Genehmigung von Bürgermeister Ludwig Landwehr

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