Wegkreuz bei Trauchgau
Wegkreuz bei Trauchgau

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Flurdenkmäler, die sich nur schwer kategorisieren lassen. Geht man mit offenen Augen durch die Landschaft, so findet man Sühnekreuze, Bildstöcke, Martersäulen, Marterln, Wegkreuze, Wetterkreuze, Passionskreuze, Gedenktafeln, Hofkapellen, Feldkapellen, Lourdesgrotten, Kreuzwege mit Kalvarienberg, Grenzsteine und natürlich Gipfelkreuze.

 

Flurdenkmäler finden sich in den verschiedensten Formen. Der Würzburger Weihbischof Eucharius Sang schrieb 1607: "Es ist in unsrem Teutschlandt ein sehr altes und löbliches Herkommen gewesen an den offenen Landtstrassen Gottseelige Bilder uffzurichten damit die vorüberreisenden dadurch einen antrieb zu der Gottseeligkeit … empfinden mögten".

Bildstöcke

Bildstock bei Greith
Bildstock bei Greith

Bildstöcke markieren Wege – Wege zur täglichen Arbeit, zur Kirche, nach Hause und in die Ferne. Auf ihnen ist häufig ein Heiliger, Maria oder Jesus dargestellt. Der Schriftsteller Heinrich Hansjakob (1837-1916) schrieb hierzu: "Es gibt nichts Sinnigeres an Landstraßen und Wegen als einen richtigen Wegweiser oder ein Bildstöcklein. Der erstere zeigt die Richtung in der Zeit, und das letztere mahnt an den Weg in die Ewigkeit".

 

An jener Stelle, an der sich ein Unglück ereignete, wurde oft ein Marterl als Kreuz, Tafel oder Säule errichtet. Nicht selten wird hier um ein Gebet für den Verstorbenen und eine gute eigene Sterbestunde gebeten.

 

Ein wahres Doppeldenkmal findet sich unweit der Bundesstraße bei Mühlberg in der Gemeinde Schwangau. Es erinnert zum einen an den Unfalltod des Paul Grieser, eines Waldarbeiters aus Schwangau, der 1914 von einem Baum erschlagen wurde. Zum anderen ist es eine Gedenksäule an die gefallenen bayerischen und österreichischen Soldaten, die im Österreichischen Erbfolgekrieg (1742-1745) ums Leben kamen. In einem Feldlager am Bannwaldsee trafen sich unweit dieser Stelle zwei Heere, um in Füssen Frieden zu schließen. Der Friedensschluss erfolgte am 22. April 1745 im Gasthof "Zur Alten Post" in Füssen.

 

Text und Bilder: Klaus Wankmiller

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