So wurde eine Therme beheizt.
So wurde eine Therme beheizt.
Reste der Therme in Schwangau
Reste der Therme in Schwangau

Im Füssener Land sind einige römische Villen bekannt, die zeigen, dass sich bereits die Römer in unserer Gegend ansiedelten. Dachziegel von Häusern aus der Römerzeit wurden  1934 „Im Winkel“ nahe der Pöllat in der Gemeinde Schwangau, um 1935 auf dem „Weißen Bichl“ nördlich von Roßhaupten und 1954 am Südwestufer des Hopfensees entdeckt. Auch im vergangenen Jahrzehnt stieß man nahe Peiting und bei Kohlhunden (südlich von Marktoberdorf) bei der Anlage von neuen Verkehrswegen auf römische Villen, die daraufhin wissenschaftlich untersucht wurden.

 

Für Aufsehen sorgte die mit dem Bau der Tegelbergbahn 1966 angeschnittene Römervilla mit ihren einmaligen Wandmalereien und Ornamenten. Die Originale befinden sich heute in München. Wer aber nach einer Skitour auf den Tegelberg noch Zeit hat, kann die Rekonstruktion des Römerbades in den überdachten Resten der „villa rustica“ noch aufsuchen. Die interessanten Schautafeln verraten dem Besucher, wie ausgeprägt die Badekultur der Römer bereits war. Hier kann man die Funktion der antiken Fußbodenheizung erahnen und die Überreste der Kalt-, Lauwarm-, Warm- und Schwitzbäder durchwandern. Wer auf den Geschmack gekommen ist, wird sich vielleicht in einem „modernen“ Thermalbad daran erinnern, dass dieses Badevergnügen schon vor 2000 Jahren im Ostallgäu üblich war und zur Erquickung der Menschen diente.

 

In diesen Villen wurden nicht selten römische Münzen, Fibeln zum befestigen Gewändern, Schreibgriffel zum Schreiben auf Wachstafeln („stili“), Hipposandalen (römische Hufschuhe) und Bleietikette zur Kennzeichnung von Waren gefunden. Keramikfunde zeigen die zahlreichen Handelsverbindungen, die die Händler schon vor 2000 Jahren hatten: Sariusware aus Oberitalien, Terra Sigillata aus Lyon, Oberitalien und Rheinzabern, Auerbergtöpfe (sie dienten für den Transport von Lebensmitteln), Weinamphoren aus Kreta, Öllampen und Specksteingefäße aus Graubünden.

 

Text und Bilder: Klaus Wankmiller